Vermittlungsinfo

  • Ein Hund hat Ihr Interesse geweckt?

Der Ablauf wäre dann folgendermaßen:

Jemand aus unserem Team oder ein befreundeter Verein würde bei Ihnen eine sogenannte Vorkontrolle machen. Bei der Gelegenheit können Sie natürlich auch Ihre Fragen loswerden. Vorab schicken wir Ihnen per Email unseren Interessentenfragebogen zu, den Sie uns sorgfältig ausgefüllt wieder zurücksenden. Wenn sich bei der Vorkontrolle alles als Okay erweist und Sie möchten einem Hund in Not ein Zuhause geben, wird ein Tierschutzvertrag gemacht und das neue Familienmitglied kann bei Ihnen einziehen.

  • Wie kommt der Hund zu mir?

Wir organisieren Transporte, auf denen wir unsere Hunde nach Deutschland holen. Auch verfügen wir über sogenannte Flugpaten, die Ihren Hund dann auf ihrem Flug zu einem Flughafen in Deutschland mitnehmen. Manche Hunde kommen erst einmal auf eine Pflegestelle. Es besteht die Möglichkeit, jemandem, der mit dem Auto unterwegs von Murcia oder Alicante nach Deutschland ist, das Tier mitzugeben. Natürlich können Sie Ihr Tier auch selbst abholen. Es gibt sehr günstige Flüge nach Alicante.

  • Wie ist der Gesundheitszustand meines Hundes?

Ihr Tier hat, wenn es Spanien verlässt, alle nötigen Impfungen, ist entwurmt, gechipt, führt seinen Passport mit sich und ist auf sogenannte Mittelmeerkrankheiten getestet. Sollte ein Tier eine gesundheitliche Beeinträchtigung haben, von welcher wir wissen, werden wir Ihnen dieses selbstverständlich nicht verschweigen. Natürlich kann es einmal sein, dass ein Tier krank wird. Bedingt durch den Stress des Transportes bzw. Fluges und der Umstellung auf ein neues Futter, kommt es in einigen Fällen zu Durchfällen. Das kann sich schon mal eine Weile hinziehen. Bei hartnäckigen Fällen kann am Anfang schon mal eine Reis-/Hühnerfleisch-Diät von Nöten sein. Auch kann sich Ihr Hund durch die recht kühlen Temperaturen im Frachtraum des Flugzeuges oder durch die Klimaanlage im Transporter eine kleine Erkältung zuziehen. Trotz tierärztlicher Untersuchung vor der Abreise, kann eine nicht erkannte Krankheit – auch bei Hunden, die von einem Züchter kommen – natürlich nie mit letzter Sicherheit ausgeschlossen werden. Wir schlagen daher immer eine Vorstellung bei einem Tierarzt vor, wenn sich der Hund in Deutschland befindet. Wir empfehlen dringend, nach etwa einem halben Jahr einen weiteren Mittelmeertest machen zu lassen.

  • Ist das Tier kastriert?

Unser Ziel ist es, die Anzahl der Tiere in Not zu verringern. Daher ist es ein Gebot des Tierschutzes, die Hunde kastrieren zu lassen. Generell ist Ihr Hund bereits kastriert, es sei denn, es läge eine medizinische Indikation von, dass er nicht kastriert werden könnte. Auch Welpen sind selbstverständlich noch nicht kastriert. Bei Welpen sind Sie per Schutzvertrag verpflichtet, einer weiteren Vermehrung entgegenzuwirken, indem Sie den Hund hier in Deutschland auf eigene Kosten kastrieren lassen.

  • Warum ein Schutzvertrag?

Der Schutzvertrag regelt wie alle Tierheimverträge, die wesentlichen Punkte zur artgerechten Tierhaltung. Der Schutzvertrag wird bei der Übergabe unterzeichnet.

  • Warum wird eine Schutzgebühr erhoben?

Tierschutz lebt leider nicht nur von Hilfsbereitschaft, Menschlichkeit und Engagement – er ist auch mit hohen Kosten verbunden. Tierarztrechnungen für Bluttests, Medikamente, Impfungen, Futter, Kastrationen, Unterkunft etc. müssen gedeckt werden. All diese Maßnahmen muss ein Hund aus dem Tierschutz durchlaufen, bis er vermittelt werden kann.

Die Schutzgebühr, die wir für unsere Vierbeiner erheben müssen, entspricht vielleicht manchmal nicht dem „Marktwert“. Wir retten nicht nur die jungen, schönen und gesunden Hunde. Hunde, die ihr halbes Leben imTierheim gesessen haben, nachdem sie vorher als Gebärmaschine herhalten mussten oder ausgediente Jagdhunde, die unter schlimmsten Verhältnissen gehalten wurden, haben ebenfalls ein Recht auf ein zweites Leben. Beispielsweise werden bei Tumoren oder unbehandelten Brüchen Operationen nötig, ebenso Zahnbehandlungen etc. Die Schutzgebühr, die wir erheben, reicht bei Weitem nicht aus, um alle anfallenden Kosten zu decken. Wer einmal einen Hund hatte, weiß, wie viel Geld Tierarztbehandlungen verschlingen.

  • Was ist, wenn das Tier anders ist, als beschrieben?

Unsere spanischen Partnervereine, mit denen wir eng zusammenarbeiten, teilen uns nach bestem Wissen und Gewissen die Charaktereigenschaften des Tieres mit, worauf wir uns im Großen und Ganzen auch verlassen können. Jedoch können nicht alle Eventualitäten abgeklärt werden. Es kann sein, dass Ihr Hund als ausgeglichen und lustig beschrieben wird, hier angekommen stellen Sie fest, dass Ihr Hund ausgesprochen ängstlich reagiert. Immerhin wurde er aus seiner gewohnten Umgebung gerissen. Nun liegt es an Ihnen, dass Ihr neues Familienmitglied Vertrauen entwickelt, was manchmal nicht von heute auf morgen passiert.

  • Ist der Hund stubenrein?

Im Tierheim sind die Hunde durch die Zwingerhaltung gezwungen, ihr Geschäft eben dort zu machen, wo sie essen und schlafen, weil niemand da ist, der mit ihnen Gassi geht. Meistens ist es aber kein Problem, durch regelmäßige Nahrungsaufnahme und Spaziergänge den Hund stubenrein zu bekommen. Natürlich gibt es wie überall Ausnahmen.

  • Kann der Hund alleine bleiben?

Wie bei einem Hund, der vom Züchter kommt, kann es natürlich vorkommen, dass Ihr Hund in Ihrer Abwesenheit die Wohnung umgestaltet. Ursache hierfür ist meistens Langeweile, oder aber Ausdruck seiner Verlassensangst. Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase und auch liebevoller Konsequenz lassen diese Attacken aber erfahrungsgemäß nach.

  • Ist der Hund katzenverträglich?

Diese Frage ist im Allgemeinen schwer zu beantworten, aber natürlich besonders für Katzenbesitzer ausgesprochen wichtig. Grundsätzlich kann man sagen, dass sich die meisten Hunde im Feld einer freilaufenden Katze gegenüber ganz anders verhalten, als wenn es sich bei der Katze um den neuen Mitbewohner handelt. Bei der Vergesellschaftung ist Geduld und Fingerspitzengefühl von Nöten, jedoch haben wir sehr gute Erfahrungen hierbei gemacht. Genauso wichtig: Bevor der neue Hausgenosse kommt, testen Sie aus, wie Ihre Katze auf einen Hundepartner reagiert.

  • Ist der Hund kinderlieb?

Wie bei jedem Tier, dessen Vorgeschichte nicht bekannt ist, kann niemand eine gesicherte Aussage darüber treffen, ob und welche Erfahrungen mit Kindern gemacht wurden, es sei denn, der Hund befindet sich bereits als Pflegehund in einer Familie. Ein wichtiger Punkt, der unbedingt beachtet werden sollte, ist jedoch folgender: Anfangs ist unbedingt darauf zu achten, dass Kinder nichts am Futternapf des neuen Familienmitgliedes zu suchen haben und nicht heruntergefallene essbare Sachen oder auch Hundespielzeug aufheben! Es könnte in solchen Fällen zu Problemen kommen. Auch sollten Kinder und der neue Hausgenosse anfangs nicht alleine gelassen werden und natürlich sollte den Kindern auch klar gemacht werden, dass ein Hund auch mal seine Ruhe haben will. Unserer Erfahrung nach gibt es bei einer behutsamen Zusammenführung von Kind und Tier im Normalfall kaum Probleme, wenn die oben aufgeführten Punkte beachtet werden.

  • Was mache ich, wenn ich den Hund nicht mehr behalten kann?

Sollten Sie sich, aus welchen Gründen auch immer, von Ihrem Hund trennen müssen, geht er unbedingt wieder zurück an unseren Verein. Der Hund darf auf keinen Fall ohne Rücksprache mit uns an Dritte weitervermittelt werden und auch nicht in ein Tierheim abgegeben werden. Dies ist auch im Schutzvertrag verankert. Bitte teilen Sie uns Ihre Trennungsabsicht rechtzeitig mit, damit wir uns um eine adäquate Pflegestelle bemühen können.

 

“Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken!”